Rennmausbecken

Rennmausbecken für 2 - 4 Rennmäuse 100 x 40
x 40
cm:
Bitte zugfreien Platz ohne direkte Sonnenbestrahlung. Keine
laute Musik (die Tiere können Ultraschalltöne hören und leiden unter lauter
Musik). Nikotinfreie Räume wählen. Nicht in der Küche oder nicht in Räumen,
wo Teflondämpfe vorkommen (zum Beispiel bei der Benutzung von Pfannen oder
Raclette - giftig für die Tiere ! ). Bitte beachten: Rennies sind teilweise
nachtaktiv und können Lärm verursachen, der zum Beispiel Kinder im Schlaf
stören kann.
Reinigung des Beckens:
Die Becken müssen nur alle 3 - 5 Wochen komplett gereinigt
werden. Kehrblech und Staubsauger helfen bei der Entfernung der Einstreu aus dem
Becken. Große Becken werden an Ort und Stelle mit einem Mikrofasertuch oder
Leder und heißem Wasser gereinigt und anschließend gut getrocknet. Kleinere
Becken können auch in der Badewanne ausgespült werden. Als Reinigungszusatz
sollte - wenn überhaupt erforderlich - nur etwas Essig verwendet werden.
Putzmittelgifte und Desinfektionsmittel sind, auch in kleinsten Mengen oder
Dämpfen, schon sehr gefährlich für Kleinnager.
Links Etagenschlafhaus, auf der Etage, die auch als Putz- und
Aussichtsplatz dient, einen Nagermineralstein und der Saftfutterteller
Ein sandgestrahlter Rebholzast zum Klettern und Benagen. Es gibt
diese Äste auch in nicht-sandgestrahlt, dann sind sie billiger, aber die
Einstreu bleibt bei Grabearbeiten daran hängen. Dickere Wurzeln mit mehr
Aussichtsflächen sind für Rennmäuse günstiger. Rebäste bieten sich mehr
für Kletterer - wie Hamster - an.
Mindestens 10 - 15 cm hohe Einstreu zum Gänge graben
Stroh als Nistmaterial
Frisches, grünes, gut duftendes ( nicht staubiges oder
braunes ) Heu zum Fressen oder als Nistmaterial

Doppelschlafhaus (in die Streu rechts eingegraben) mit
vergrabener Pappröhre als Eingang unter der Streu
Darüber Podest als Putz- und Aussichtsplatz mit unglasiertem
Tiernapf mit nach innen gewölbtem Rand mit Chinchillabadesand als Sandbad (wird
auf den oberen Etagen nicht so schnell mit Streu vergraben), kürzt Krallen und
hält Fell sauber und trocken. Der Sand sollte 1 mal täglich gesiebt werden,
damit feuchte Klümpchen mit Pipi, leere Körnerschalen und Einstreu entfernt
werden. Den Sand einmal wöchentlich wechseln und den Napf gründlich heiß
waschen und trocknen.
Getrocknete Kräuter wie Brennesseln, Petersilie, Echinachea,
ungeschälten Weizen oder Hafer zum Knabbern oder als Anregung für die
nimmermüde Nase
Rechts noch ein Stückchen im Bild: Die Abdeckung aus
Komposterdraht mit einem Rahmen aus gehobelten Dachlatten gebaut. Sie schützt
die Tiere vor Ausbrüchen (Rennies können prima springen !) und vor Haustieren,
wie Katzen und Hunden, die sich durch die schnellen Bewegungen der Rennies zur
Jagd animiert fühlen können. Außerdem wird in Spielzimmern mit der Abdeckung
verhindert, dass Kindern Spielzeug in das Becken fällt.

Nippeltränke mit Doppelkugel als Tropfschutz (Aufhängung
oben z. B. Ferplast), Mundstück Metall, damit es nicht benagt wird
Aquarienwurzel als Aussichtsplatz oder zum Benagen
Schwere Teile, wie Wurzeln oder Sandnapf müssen immer auf dem
Boden des Beckens stehen. Sie werden sonst untergraben und "beerdigen"
die Mäuse bei lebendigem Leib - erst die schweren Teile ins Becken, dann
Kleintierstreu außenherum einstreuen. Geeignet ist Kleintierstreu aus
Sägespänen (unparfumiert und ohne Zitronengeruchszusätze) oder Leineinstreu.
Bei Allergie der Halter gegen die Einstreu kann ausnahmsweise auch Terrariensand
genommen werden. Dem Sand sollte möglichst struktuiertes Material - wie Stroh,
Holz und Ästchen - beigefügt werden, weil die Mäuse sonst keine Gänge bauen
können. Eventuell den Sand mit Talkumpuder aus der Apotheke vermischen. Das
bindet Feuchtigkeit. Pipi bildet dann Klümpchen im Sand und kann entnommen
werden oder der Sand kann ausgesiebt werden - er hält dann länger frisch und
sauber.
Bei Allergien des Halters gegen Heu oder Stroh kann evt.
anderes trockenes Grünfutter aus der Zoohandlung gefüttert werden. Ästchen
und leere Kleenex- und Klopapierrollen oder Pappposterrollen werden ebenfalls
gerne benagt und von den Mäusen geschreddert.
Heu sollte alle 3 Tage gewechselt werden, da es sonst staubig
wird und an Vitamingehalt verliert.
Geschredderte, unparfuemierte Tempotücher als voll
verdauliches, unschädliches Nistmaterial. Frisches Nistmaterial wird bei Bedarf
nachgelegt. Das Nest muss nur alle 4 - 5 Wochen oder bei Feuchtigkeit durch
Saftfutter geleert werden. Rennmäuse transportieren benutztes, schmutziges
Nistmaterial selbst aus dem Nest und "lüften" es. Sie halten ihr Nest
selbst sauber.
Häuser und Zwischenetagen aus Multiplexplatte (sehr hart und
daher länger haltbar - werden benagt), nicht genagelt, nicht getackert, nur
vernutet und geleimt mit Ponal-Holzleim, der für die Tiere unbedenklich ist
Saftfutterteller glasierter Tonuntersetzer, preiswert in
Baumärkten, nicht zu klein wählen, da große Stücke angeboten werden sollten,
so kann Saftfutter nicht so leicht verschleppt werden und man muss nicht so
lange suchen (altes, verschlepptes Saftfutter lockt Obstfliegen an, schimmelt
und führt zu Bakterienbildung)
Nagermineralstein mit Algen (z. B. von Vitakraft für
Kleinnager) hilft die ständig nachwachsenden Nagezähne zu kürzen, beugt
Mineralmangel vor
Ein Salzleckstein ist schädlich und kann zu Nierenschäden
führen. Bei Salzmangel (kommt bei vielseitiger Ernährung nicht vor), erkennbar
durch Lecken an der menschlichen Hand, lieber eine Sepiaschale für Vögel in
das Becken legen. Sie sind nur leicht salzig.

Das Nistmaterial nicht ins Schlafhaus geben, damit die Tiere
etwas zu tun haben und es selber ins Haus holen müssen. In der Natur legen
Rennmäuse weite Strecken zurück, rennen bis zu 40 km/h schnell und hüpfen bis
zu 50 cm hoch. Diesem Bewegungsdrang wird durch Beschäftigungsmöglichkeiten
und der Größe des Beckens - sowie gesichertem Auslauf (zum Beispiel im Flur
oder Badezimmer) Rechnung getragen. Kleine Becken können durch Drainagerohre
verbunden werden, durch die die Rennies gerne hin- und herhüpfen.
Zwischenetagen geben Möglichkeiten zum Hüpfen und vergrabene Pappröhren als
Gänge vergrößern die Rennflächen im Becken. Aus mehreren, zusammengesteckten
Pappröhren lässt sich ein richtiges "Gangsystem" simulieren.
Futter sollte zu 1/3 aus Kanarienvogelfutter, 1/3 aus
Wellensittichfutter und einer Packung Zwerghamsterfutter von Vitakraft (nur
Premium - da ohne Zuckerzusatz) gemischt werden und auf der Einstreu verteilt
werden. Ein Futternapf ist nicht erforderlich. Die Tierchen sollten sich ihr
Futter lieber artgerecht "erwühlen" und aufsammeln, damit sie mehr
Auslauf und Beschäftigung haben. Futter kann auch in leeren Klopapierrollen
versteckt werden, deren Enden mit Heu zugestopft werden. Wichtig ist, dass
fetthaltige Körner (Sonnenblumenkerne, Sesam) und Nüsse nur selten gefüttert
werden. Halbwüstenbewohner, wie Rennmäuse, verfetten sonst schnell und werden
krank.
Das Körnertrockenfutter wird ergänzt durch Kräuter (frisch
oder getrocknet), Saftfutter (Apfel, Banane, Birne, Chicorée, Kohlrabi, gelbe
oder rote Paprika, Zucchini, Schlangengurken, Melone, ungeschwefelte Rosinen
...), gelegentlich eine gekochte oder rohe Nudel, eine gekochte, ungesalzene
Kartoffel, getrocknete oder frische Möhren (werden auch gerne mit Möhrengrün
genommen), Erdbeeren und vieles mehr. Niemals gedüngten Salat (Nitratvergiftung
droht) oder Kohl (führt zu Magenbeschwerden und Blähungen) füttern. Jegliches
Saftfutter gründlich abwaschen und abtrocknen. Nicht zu kleine Stücke
anbieten, sonst wird es verschleppt. Saftfutter erst abends anbieten, da die
Tiere hauptsächlich nachtaktiv sind und das Futter sonst antrocknet. Nicht
verzehrtes Saftfutter am nächsten Tag aus dem Käfig nehmen und wegwerfen, da
es sonst schimmelt und Fliegen und Parasiten anlockt. Auch die Feuchtigkeit von
liegengebliebenem Saftfutter ist für die Halbwüstenbewohner sehr schlecht. Die
Einstreu sollte immer trocken sein, da es sonst zu Lungenentzündungen der
feuchtigkeitsempfindlichen Tiere kommen kann. Gründlich gewaschene
Löwenzahnblätter werden gut abgetrocknet und werden von manchen Mäusen gerne
gefressen. Immer wieder anderes Saftfutter ruhig anbieten, auch wenn die Mäuse
es nicht gleich benagen oder fressen. Je nach Herkunft der Tiere kennen sie das
Saftfutter nur noch nicht und brauchen eine Weile, bis sie dran gehen.
In der Natur fressen Rennmäuse auch gelegentlich
Insekten.
Man kann Mehlwürmer füttern oder ungesüßten Magerjoghurt oder Magerquark
oder zuckerfreie Eiweißdrops, z. B. von der Fa. bunny.
Immer genügend Nagematerial anbieten: Zwieback,
Vollkornknäckescheiben senkrecht in die Einstreu stecken, Obstbaum- oder
Birkenzweige (ruhig auch mal mit Laub) auf die Einstreu legen, Kleenex- oder
Klopapierrollen oder Wellpappestücke zum Benagen anbieten. Äste, Steine und
Wurzeln aus dem Zoohandel oder aus dem Wald gut abwaschen, durchtrocknen und im
Backofen 10 Minuten bei 110 Grad desinfizieren. Kleinere Gegenstände können 1
- 2 Minuten bei 600 Watt in die Mikrowelle um Parasiten abzutöten. Nagezweige
gründlich heiß abduschen oder mit kochendem Wasser übergießen und an der
Luft (zum Beispiel auf der Wäschleine) trocknen. Vogelkot auf Zweigen kann
Salmonellen in die Tierbehausung bringen. Die Äste sollten schimmelfrei und
nicht faulig oder morsch sein.
I. Schellenbeck
